Äh, ich glaub wir sind in Afrika...

Mittwoch, 26.06.2013

Da in Lima ja grad Winter ist, was bedeutet, dass es sehr grau und immer feucht ist, und da ja auch bald Prüfungen sind, wurde es letztes Wochenende dann mal wirklich Zeit, für einen Strandurlaub um ein bisschen Sonne und Kraft zu tanken.

Am Donnerstag ging's dann los nach Mancora, das liegt ganz im Norden von Peru bei der ecuadorianischen Grenze. Natürlich kam mein Bus am Freitag 2,5 h zu spät in Mancora an. Das waren dann halt statt 18h 20,5h im Bus, aber naja, da kommts dann echt auch nicht mehr drauf an. Aber ich beschwer mich nie wieder über die Deutsche Bahn! Mancora ist ein supersüßer kleiner Ort mit gerade mal knapp 13.000 Einwohnern und ganz vielen Strandurlaubern und Surfern. Auf dem Weg zum Hostel hab ich dann erstmal viel zu viel Geld vershoppt, weil es dort einfach viel zu viele viel zu schöne Dinge gibt. Den Rest vom Tag hab ich dann hauptsächlich gechillt und gegessen, was man im Urlaub halt so macht. Dabei habe ich mir dann, obwohl ich wirklich eingecremt war, meinen ersten Sonnenbrand (in diesem Urlaub) geholt. Wie mir später gesagt wurde, liegt Mancora auch nur 3 Breitengrade unterhalb des Äquators, also echt kein Ort für Menschen mit meiner Hautfarbe, aber naja. Die Nacht war dann auch sehr witzig. Erst hatte ich die Katze vom Hostel im Bett, die mich erst geweckt hat, und dann partout nicht rauswollte. Zum Glück hat mir dann mein Zimmergenosse geholfen. Die übrigen Zimmergenossen kamen irgendwann viel später sehr betrunken und sehr laut nach Hause, ich fands witzig, Max, der Katzenfreund, nicht so. Aber ich war einfach nur glücklich im Strandurlaub zu sein. Am nächsten Tag kam dann Flavia an, die musste am Freitag noch in die Uni und konnte deshalb nicht mit mir mitkommen. Ihr Bus kam natürlich nur ne halbe Stunde zu spät, also pünktlich für peruanische Verhältnisse. Nachdem ich mit ihr dann nochmal shoppen war, lagen wir noch am Strand und haben natürlich gegessen. Also auch nichts besonderes mehr. Am Abend saßen wir dann auch nur im Hostel rum, haben Coktails getrunken und Menschen kennengelernt...

Damit wir dann auch noch was anderes sehn, als denn Strand von Mancora, haben wir uns dann für Sonntag eine Tour gebucht. Mit den Touren ist das immer so ne Sache, weil das halt meistens immer so ein Rumgekutsche ist und man immer nur sehr kurz an den schönen Orten bleibt. Aber naja, is halt auch immer n bisschen schwierig sich alleine alles anzuschauen, da die Infrastruktur eben nicht so gut ist hier und die einzige Möglichkeit dann immer ein Taxi ist, was aber zu zweit halt dann auch verhältnismäßig teuer wird. Naja, also ne Tour. Als erstes ging's nach Punta Sal. Dort ist ein wirklich schöner Strand. Wie wir dann da am Strand lagen, hörten wir plötzlich ein seltsames Geräusch aus meiner Tasche kommen. Zuerst dachten wir, dass sei mein MP3-Player. Der war am Tag davor kaputt gegangen und ich war in tiefer Trauer und wollte die Hoffnung auf eine Wunderheilung nicht aufgeben. Denn diese Busfahrten und auch die Nächte im Hostel sind ohne MP3-Player nicht soo schön. Ich hatte in der Nacht zuvor auch von ihm geträumt, die Nacht darauf auch. Das nahm mich wirklich sehr mit. Naja, auf jeden Fall kam das Geräusch nicht von meinem MP3-Player sondern von meinem Feuerzeug, das Gas verlor. Da es für mich ohne Feuerzeug immer bisschen doof ist, und alle Peruaner Nichtraucher sind, wollte ich mir dann schnell n neues kaufen gehn. Hab also so ne Strandverkäufern nachm Weg zu nem Laden gezeigt. Sie meinte grad aus, dann die nächste rechts. Ich also los. Irgendwann ging es nicht mehr weiter. Also hab ich den nächsten nach dem Weg gefragt. Der meinte, links, und dann wieder rechts. Also gut. Hab dann kurz darauf zur Sicherheit nochmal wen gefragt. Der meinte dann, ich müsse umdrehen und n Stück grad aus laufen. Und dann kam auch der Laden. Aber es ist echt sehr oft so, dass man hier völlig in die falsche Richtung geschickt wird. Ich glaube, die Peruaner wollen einen einfach nicht im Stich lassen und raten einfach wild drauf los, hauptsache sie können dir irgendwie weiterhelfen bzw. das Gefühl geben, dass du Hilfe bekommst. Ist ja sicher nett gemeint, aber manchmal nervt es halt doch auch.

Naja. Dann ging es weiter, erstmal Mittagessen in Tumbes. Danach sind wir mit nem Boot aufs Meer. Sau witzig, da gibt's "Inseln", dass sind eigentlich aber nur Büsche. Die wachsen einfach aus dem Meer raus. Und auf diesen Buschinseln leben Vögel, keine Ahnung, was für welche. Aber die Männchen haben am Hals so ne rote "Blase". Und wenn sie verliebt sind, dann bläst sich die auf. Manche waren sehr verliebt, das sah super witzig aus. Anschließend dann noch n paar Städte bissle angeschaut und als letztes ging's dann zu so nem Vulkan, auf dem, bzw. in dem, so Schlamm-Heilbäder sind. Auf dem Weg sah es wirklich aus wie in Afrika, alles total vertrocknet. Echt arg. Aber dort regnet es halt einfach nicht. Sieht man auch an unsrem Hostel, da stehen z.B. die PCs einfach draußen und überhaupt gibt es nur die Schläfräume, alles andere ist Open Air. Naja, dort angekommen wurde uns dann erklärt, dass 2 der Bäder für die Haut sind und das eine für die Knochen. Und dann ging's rein. War natürlich supercool sich mit dem Schlamm einzureiben und so. Sau witzig. Das Problem mit dem Schlamm war nur, dass der echt in sämtliche Körperöffnungen kam. Duschen gab es dort natürlich keine, nur eben Wasser das man sich mit kleinen Gefäßen überschütten konnte um das Gröbste wegzukriegen. Bin dann auch nur in Handtuch und Bikini in Bus und hab mir im Hostel dann spontan eins ausgeborgt da meins so unglaublich dreckig war. Echt abartig.

Am Abend waren wir dann noch was essen und haben auch Seppo, den wir am Vortag kennengelernt haben, wieder getroffen. Dem war auch was witziges passiert. Er war am Abend zuvor mit so nem Mototaxi (sowas wie ne Rikscha mit Motorrad) von ner Strandparty zurück zum Hostel gefahren. Vor dem Hostel gab er dann dem Fahrer das Geld und wartete auf das Wechselgeld. Dies dauerte aber wohl recht lange, irgendwann kam auch einer ausm Hostel und hat gefragt, ob alles ok ist. Da meinte der Fahrer "jaja", und gab dem Seppo sein Wechselgeld. Der ging dann gleich rein und ins Bett. Am nächsten Morgen dann griff er in seine Geldbörse und holte einen 10-Soles-Schein raus, auf dem "sin valor" (ohne Wert) stand. Unglaublich ey, aber doch auch n bisschen witzig. Man muss eben echt immer aufpassen.

Der nächste Tag, Montag, war dann leider auch mein letzter Tag. Da mein Bus erst um 17 Uhr gehen sollte, gingen wir am Vormittag nochmal an Strand. Und Freunde, ich habe mich in 4 Stunden Strand glaub ich 6 mal eingecremt und ich war soo unglaublich rot. Grad ist Mittwochabend und ich habe immer noch Schmerzen. Naja, wie gesagt, um 17 Uhr sollte mein Bus starten. Waren dann auch um Viertel vor an der Station. Naja, um halb 6 war immer noch kein Bus da. Flavia, die mich begleitet hatte, musste dann auch zurück zum Hostel da sie mit ihrem Freund ein Skype-Date hatte (Sie blieb 2 Tage länger). Aber wir dachten ja, dass der Bus eh gleich kommt. Er kam dann um 19 Uhr. Natürlich. Naja, hatte aber netten Nebensitzer und wenigstens gute Filme. Zum Glück, denn manchmal kommt da echt Schrott und ich hatte ja keinen MP3-Player mehr. Nach 19h Fahrt, statt 18, war ich dann am Dienstag um 14 Uhr wieder wohlbehalten in Lima. Ich vermisse echt die Deutsche Bahn.

Dann schnell heim, ganz viel Unikram, denn am Donnerstag geht's Richtung Dschungel auf ein Festival. Juhu.

Ach ja, bin dann heute nach der Uni schnell losgehetzt, um mir noch schnell irgendnen billigen MP3-Player zu beschafffen. Hab den dann schön geladen, Musik drauf, usw. Wollte dann schauen, ob ich von meinem alten wenigstens die Musik runterbekomm. Das ging. Dann dachte ich mir, einmal versuch ich's noch, den anzubekommen. Was soll ich sagen. Er funktioniert einwandfrei. War ja klar.

Naja, jetzt muss ich bald mal Richtung Bett, morgen geht's nach Oxapampa.

Hasta luego

 

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Dieses Blog berichtet aus Peru (Studium).

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